Der deutsche Strommarkt

Deutschland ist ein Stromexporteur. Im Jahre 2008 wurden über 50 Prozent mehr Strom von Deutschland exportiert als impotiert. Mit dem Stromexport (Durchschnittspreis: 5,56 ct/kWh) wurden in dem Jahr 1,4 Mrd. Euro erzielt. Trotz der Öffnung des Strommarktes vor einigen Jahren gibt es in Deutschland noch immer nur vier große Anbieter, die sich den Markt regional auf teilen und einen Marktanteil von etwa 80 Prozent kontrollieren. Der mit der damaligen Öffnung des Strommarktes beabsichtigte Anbieter-Wettbewerb ist nach wie vor kaum existent. Aufgrund des geringen Preisdrucks werden sinkende Kosten nicht an die Stromkunden weiter gegeben, so dass prvate Stromkunden sich im Gegensatz zu geweblichen Großabnehmern, bei denen sich eine größere Wechselbereitschaft zeigt, weiter steigenden Strompreisen ausgesetzt sehen.

Die zukünftige Strompreisentwicklung

Aufgrund der in Deutschland beabsichtigten Klimaziele wird immer wieder auch über eine Verlängerung der Laufzeiten für AKWs diskutiert. Angeblich soll Strom aus AKWs weniger CO2-Emissionen erzeugen als anderer. Angesichts der begrenzten Lebensdauer der AKWs ist dieser Wert in der Gesamt-Emisionsbilanz (Auf- und Abbau der Kraftwerke, Entsorgung und Einlagerung verbrauchter Brennstäbe etc.) sicher ganz anders zu sehen. Selbst wenn die Preise für Stromerzeugung aufgrund längerer AKW-Laufzeiten niedriger sein würden, darf sicher bezweifelt werden, ob die Stromerzeuger die geringeren Kosten an Ihre Kunden weiter geben würden. In den letzten Jahren verlaufen die Kosten der Stromerzeuger und die Strompreise für privaten Haushalte zumindest gegenläufig und lediglich zu Gunsten der Stromerzeuger-Gewinne. Im Gegenteil steht zu befürchten, dass die kleinen Anbieter regenerativer Energien weiter ins Hintertreffen geraten und der Preisdruck auf die großen Anbieter weiter fällt.

Die gesetzlichen Regelungen dürften aus reichen

Prinzipiell gibt es keinen rechtlichen Grund, weshalb sich die Strompreise nicht ähnlich entwickeln könnten, wie die Telekommunikationspreise nach der Öffnung des Telekommunikationsmarktes. Dort führte größerer Wettbewerb schnell zu deutlichen Preissenkungen. Es gibt bereits eine große Anzahl neuer, kleinerer Stromanbieter, die teilweise wesentlich günstigere Stromtarife bieten. Offensichtlich fehlt es lediglich an der Wechselbereitschaft der Verbrauchen, um einen ausreichenden Preisdruck auch auf die größen Stromanbieter zu erzeugen. Solange die Wechselbereitschaft bei den Stromkunden nicht steigt, werden die Strompreise im Deutschland überhöht bleiben.